Handballnews

Alle aktuellen Nachrichten aus DKB Handball-Bundesliga. News, Ergebnisse und Tabellen aus der besten Handball-Liga der Welt.
  1. Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf verzichtet auf einen Start in der European Handball League (EHL).

    Der Verein habe keinen Gebrauch von einem Startplatz in dem europäischen Wettbewerb gemacht, da "die organisatorischen, gesundheitlichen und finanziellen Risiken eine Gefahr der Überbelastung für unsere gesamte Organisation bedeuten könnten", sagte Geschäftsführer Eike Korsen am Freitag.

    Hannover hätte die Qualifikationsrunde der EHL durchlaufen müssen. In der kommenden Saison gibt es aufgrund der Corona-Pandemie allerdings einen straffen Zeitplan. Das Final-Four des DHB-Pokals war auf Februar 2021 verlegt worden, Hannover kämpft dann in Hamburg um den Titel. Außerdem soll die Bundesliga am 1. Oktober mit 20 statt 18 Mannschaften starten.

    "Die Gewährleistung des nationalen Spielbetriebes mit 20 Mannschaften und 38 Spielen birgt unter den aktuellen Bedingungen mehr als genug Herausforderungen und ist unser 'Brot- und Buttergeschäft'", sagte Ex-Nationalspieler und TSV-Geschäftsführer Sven-Sören Christophersen.

    Die Mannschaft sei über die Entscheidung "sehr enttäuscht", sagte Kapitän Fabian Böhm: "Wir hätten uns gerne auf der internationalen Bühne präsentiert, denn dafür haben wir in der letzten Saison alles gegeben und hart gearbeitet." Unter den gegebenen Umständen sei es "aus wirtschaftlicher Sicht aber die sicherste Entscheidung", ergänzte der Nationalspieler.

  2. Die Klubs der 1. und 2. Handball-Bundesliga haben sich für eine Austragung des DHB-Pokals 2020/21 ausgesprochen - allerdings in einer deutlich abgespeckten Version.

    Wegen der anhaltenden Coronakrise soll lediglich das Finalturnier am 5./6. Juni 2021 in Hamburg stattfinden. Für einen endgültigen Beschluss muss der Deutsche Handballbund (DHB) noch zustimmen.

    Erstmals werden somit zwei Pokalsieger in einer Spielzeit gekürt. Das Final-Four um den DHB-Pokal 2020 war wegen der Coronakrise auf Ende Februar 2021 verlegt worden. Rekordmeister THW Kiel und der TBV Lemgo sowie die TSV Hannover-Burgdorf und die MT Melsungen kämpfen dann in Hamburg um den Titel.

    Eine Regelung für die Qualifikation der vier Teams für das Finalturnier 2020/21 existiert noch nicht. "Wir legen diese Kriterien bis Saisonbeginn fest. Wir können ausschließen, dass es dafür weitere Spieltermine geben wird", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann nach der zweitägigen Mitgliederversammlung in Köln dem SID. Denkbar ist ein Szenario, in dem sich die vier besten Teams nach der Bundesliga-Hinrunde ihr Halbfinalticket sichern.

    Gislasons Wunsch wird erfüllt

    Ebenfalls beschlossen die 39 Erst- und Zweitligisten am Mittwoch eine Regeländerung für die kommende Saison. In dieser wird bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Teams nicht wie bisher das Torverhältnis, sondern der direkte Vergleich ausschlaggebend sein. Diese Entscheidung wurde insbesondere auf Wunsch des anwesenden Bundestrainers Alfred Gislason getroffen.

    Die Bundesliga-Trainer sollen ihren Nationalspielern so mehr Pausen verschaffen können, sollte eine Partie vorzeitig entschieden sein. Aufgrund der langen Corona-Zwangspause ist der ohnehin enge Terminkalender in der kommenden Saison noch gefüllter. Unter anderem steht im Winter die WM in Ägypten an, zudem finden weitere verlegte internationale Wettbewerbe und Qualifikationen zwischen den Ligaterminen statt.

    Die Bundesliga-Saison soll planmäßig am 1. Oktober beginnen - im Idealfall mit Zuschauern.

  3. Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), setzt vor allem aus finanzieller Sicht alle Hoffnung auf einen Saisonstart im Herbst mit Zuschauern - ansonsten droht Ungemach:

    "Wenn wir im Oktober die Chance bekommen, anteilig mit Zuschauern zu spielen, wird es am Jahresende keine Insolvenzen geben", sagte Bohmann im FAZ-Interview. Alle Vereine "arbeiten im Krisenmodus. Je später wir Rahmenbedingungen erhalten, die uns unsere Geschäftsgrundlage zurückgeben, desto dünner wird das Eis."

    Fans überlebenswichtig

    Für die Zukunft des deutschen Handballs sei die Rückkehr auf die Platte wichtiger als die finanzielle Unterstützung des Staates, betonte Bohmann. Die Pandemie sei schwer zu kalkulieren.

    "Aber wir sind überzeugt, dass wir Anfang Oktober eine ähnliche rettende Chance wie seinerzeit der Fußball verdient haben", so Bohmann.

    DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

    Dafür soll zeitnah ein Generalkonzept vorgelegt werden. Fest steht bereits, "dass wir keine Stehplätze zulassen können, ebenso wenig Auswärtsfans. In den Hallen wird es um sichere Zu- und Abwege gehen. Auf den Rängen sind ausreichende Abstände erforderlich", erklärte Bohmann

    Trotz aller Unwägbarkeiten gab er sich optimistisch: "Wir werden alles Notwendige unternehmen, um Politik und Behörden, aber auch die Fans von einem Wiedereinstieg Anfang Oktober zu überzeugen."

  4. Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), hat verkürzte Corona-Quarantänemaßnahmen angeregt.

    "Wir waren in vielen Dingen sehr vorsichtig, was ja auch richtig war. Aber man muss auch in der Lage sein, dazuzulernen", sagte der 52-Jährige im Interview mit dem MünchnerMerkur und der tz: "Und da denke ich, dass eine Woche (Quarantäne, Anm. d. Red.) völlig ausreichend wäre, um den Großteil auszuschließen."

    Für Hanning, der auch als Geschäftsführer beim Bundesligisten Füchse Berlin tätig ist, gibt es keine Alternative zum anvisierten Start der neuen Saison ab Oktober: "Wir müssen spielen. Wir dürfen nicht länger von der Bildfläche verschwinden. Das ist eine Aufgabe, die wir lösen müssen." Die Saison 2019/20 war am 21. April coronabedingt abgebrochen worden, der THW Kiel wurde zum Meister ernannt. 

    Den deutschen Spitzensport abseits der Bundesliga sieht Hanning trotz des 200 Millionen Euro schweren Hilfspakets der Bundesregierung weiterhin gefährdet.

    Dies sei zwar ein Ansatz, um diesen "am Leben zu erhalten", doch "alleine wird dieser Betrag natürlich nicht reichen".

    Einen anteiligen Gehaltsverzicht, wie er in vielen Profisportligen diskutiert wird, hält Hanning dabei für "einen Teil der Lösung".

  5. Die Regel "Sieben gegen Sechs" stößt bei zahlreichen Top-Trainern im Handball auf Widerstand.

    In einer Umfrage des Fachmagazins Handballwoche sprachen sich rund drei Viertel von 39 Coaches für eine Abschaffung dieser Variante aus, die den Trainern seit Sommer 2016 die Möglichkeit gibt, den Torwart jederzeit durch einen Feldspieler ohne Leibchen zu ersetzen.

    Unattraktiveres Spiel?

    Für eine Rückkehr zur alten Regel positionierten sich unter anderem Filip Jicha vom deutschen Champion THW Kiel sowie Maik Machulla von Vizemeister SG Flensburg-Handewitt. Nikolaj Jacobsen, Coach der dänischen Weltmeister, ist dagegen ein Befürworter der taktischen Möglichkeit: "Ich finde nicht, dass sich die Grundidee geändert hat."

    Anders sieht dies der Bundestrainer. "Die Regel macht das Spiel viel langsamer. Trainer verlieren besonders in der Abwehr ihre taktischen Varianten, und wenn sich nichts ändert, wird sich in zehn Jahren niemand mehr daran erinnern, wie Handball eigentlich gespielt wurde", sagte Alfred Gislason.

    DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

    Auch Henk Groener, beim Deutschen Handballbund (DHB) für das Frauen-Team zuständig, spricht von einer Regel, die den Handball "definitiv nicht attraktiver" macht. 

    Beim Weltverband findet die Forderung anscheinend Gehör. "Wir werden uns diese Argumente der Trainer sehr intensiv anschauen", kündigte Dietrich Späte, der Vorsitzende der IHF-Trainer- und Methodenkommission, an.

  6. Die Auslosung zur Champions-League-Saison 2020/21 hat den deutschen Teams THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt schwere und attraktive Gegner beschert.

    Der THW Kiel trifft in Gruppe B unter anderem auf Königsklassen-Rekordchampion FC Barcelona und den ungarischen Topklub Veszprem HC. Der deutsche Meister sprach in einer Mitteilung von einer "Hammergruppe".

    Flensburg bekommt es unter anderem mit Vardar Skopje (Nordmazedonien) und dem französischen Meister Paris Saint-Germain zu tun. "Das sind die besten Mannschaften der letzten Jahre – und vor allem der letzten Saison", sagte Geschäftsführer Dierk Schmäschke, fügte allerdings an: "Wir wissen noch nicht genau, wann und unter welchen Bedingungen es losgeht. Auch einige Reisemodalitäten müssen noch gelöst werden."

    Sieger der aktuellen Saison noch unklar

    Die Gruppenphase soll nach dem Plan der EHF am 16. September starten und bis März 2021 abgeschlossen sein. Nach den Playoffs und den Viertelfinalspielen steigt das "Final 4" am 12. und 13. Juni in Köln.

    Zuvor soll am 28. und 29. Dezember an gleicher Stelle noch der Sieger der laufenden Saison ermittelt werden. Dann trifft Kiel auf Champions-League-Rekordsieger FC Barcelona sowie Paris St. Germain und Veszprem.

    Frauen-Saison ersatzlos gestrichen

    Die EHF hatte entschieden, die Achtel- und Viertelfinals zu streichen und die beiden Erstplatzierten der Gruppenphase für das Finalturnier zu nominieren. Die Champions-League-Saison der Frauen 2019/20 wurde dagegen ersatzlos gestrichen.

    Bei den Frauen bekommt es Borussia Dortmund unter anderem mit dem fünfmaligen Königsklassensieger Györ/Ungarn und dem zweimaligen Champion Budconost Podgorica aus Montenegro zu tun. Die SG BBM Bietigheim spielt unter anderem gegen den 2015er-Sieger CSM Bukarest und Vorjahresfinalist Rostow am Don/Russland.

    Die beiden Gruppen in der Übersicht der Gruppen: 

    Gruppe A:  
    Vardar Skopje (Nordmazedonien), Paris St. Germain (Frankreich),  Vive Kielce (Polen), FC Porto (Portugal), Pick Szeged (Ungarn)  Meschkow Brest (Weißrussland), SG Flensburg-Handewitt, Elverum Handball (Norwegen)

    Gruppe B: 
    FC Barcelona (Spanien), Telekom Veszprem (Ungarn), THW Kiel   Aalborg Handbold (Dänemark), HBC Nantes (Frankreich), HC Motor Saporoschje (Ukraine), RK Celje (Slowenien), HC Zagreb (Kroatien)

  7. Nationalspieler Niclas Pieczkowski bleibt nun doch beim Bundesligisten SC DHfK Leipzig.

    Wie die Sachsen am Montag mitteilten, unterzeichnete der Europameister von 2016 kurz vor dem Auslaufen seines ursprünglichen Kontrakts einen neuen Einjahresvertrag.

    Eine Vertragsverlängerung des Rückraumspielers war aufgrund der finanziellen Unsicherheiten während der Coronakrise zuletzt ins Stocken geraten, erst nach dem langfristigen Ausfall von Maximilian Janke hätten sich "die Voraussetzungen wirtschaftlich und sportlich etwas geändert", erklärte Geschäftsführer Karsten Günther die späte Einigung.

    "Rückblickend bin ich erleichtert, dass die Zeit des Abwartens und Abwägens jetzt vorbei ist", sagte Pieczkowski, der in der Vorsaison mit einer Schulterverletzung neun Monate ausgefallen war: "Nicht zu wissen, wo man mit seiner Familie ab dem nächsten Monat leben wird, war eine unangenehme Situation."

    DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

    Trainer Andre Haber zeigte sich über die Verlängerung seines Spielmachers begeistert. "Gerade unter den gegebenen Umständen mit der Verletzung von Max und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denen alle Bundesligavereine unterliegen, bin ich besonders glücklich, dass wir einen Spieler von Pitsches Format in unserem Verein halten konnten", sagte der 33-Jährige.

    Janke hatte sich Anfang Juni einer Schulter-OP unterziehen müssen und wird deshalb voraussichtlich bis zum Jahresende fehlen.

  8. Handball-Bundesligist TVB Stuttgart hat den Vertrag von Nationaltorhüter Johannes Bitter um ein Jahr verlängert. Der 37-Jährige kam im Januar 2016 nach Stuttgart und ist seitdem die klare Nummer eins.

    Neben Bitter wird Primoz Prost zwischen den Pfosten der "Wild Boys" stehen. Der 36 Jahre alte Slowene wechselt vom Wilhelmshavener HV nach Stuttgart. Nachwuchskeeper Nick Lehmann wechselt per Zweitspielrecht zur SG BBM Bietigheim.